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Beatmungsvolumen

Version 2.1

Orientierung für die invasive oder supraglottische Beatmung Erwachsener im perioperativen klinischen Kontext

Geschlecht für PBW-Formel

Erwachsene · Größe 140–220 cm · VT auf 5 ml gerundet.

Atemweg

Größe und Gewicht eingeben, um das Atemhubvolumen zu berechnen.

Nachschlage

Vorhergesagtes Körpergewicht (PBW, häufig IKG genannt)

Das VT wird aus der Körpergröße und dem Geschlecht der Formel abgeleitet, nicht aus dem tatsächlichen Gewicht. Das Gewicht beeinflusst in diesem Rechner nur BMI und BMI-Kategorie.

  • Männer: 50 + 0,91 × (cm − 152,4)
  • Frauen: 45,5 + 0,91 × (cm − 152,4)

Der Eingabebereich 140–220 cm verhindert unter anderem nichtpositive oder sachlich unplausible PBW-Ausgaben. Er ist eine konservative Produktgrenze für Erwachsene und keine Behauptung klinischer Validierung an seinen Extremen.

Quellen: ARDSNet-Ventilatorprotokoll (PDF); Notfallguru: Beatmung.

VT und PEEP: perioperativ und ARDS unterscheiden

Perioperativ: 6–8 ml/kg PBW ist ein Orientierungsbereich; diese App zeigt für beide Atemwege denselben Ausgangswert von 6 ml/kg PBW. Die Atemwegswahl bestimmt nicht die VT-Dosis.

ARDS: Ziel-VT zunächst 6 ml/kg PBW; das ARDSNet-Protokoll beginnt bei 8 und reduziert schrittweise auf 6 ml/kg. Weitere protokollierte Anpassung typischerweise innerhalb 4–8 ml/kg PBW anhand von Plateaudruck und pH. Das ist nicht mit einer pauschalen perioperativen Spannweite gleichzusetzen.

PEEP: perioperativ zunächst 5 cmH₂O als Orientierung und dann individuell nach Oxygenierung, Compliance und Hämodynamik. In PROBESE senkten 12 cmH₂O plus Rekrutierungsmanöver gegenüber 4 cmH₂O postoperative pulmonale Komplikationen bei adipösen Patienten nicht signifikant und verursachten mehr Hypotonie. Die Studie stützt keine BMI-Leiter.

Quellen: Internationaler Konsens zur perioperativen Beatmung; PROBESE-Studie, Volltext; ARDSNet-Protokoll.

Beatmungsmodi und Atemweg
  • VC: volumenkontrolliert; Ziel-VT und Flow sind gesetzt, Druckgrenzen bleiben zu beachten.
  • VC mit AutoFlow: passt den Inspirationsdruck zur Erreichung des Zielvolumens an. Druckbegrenzung, Leckage oder abrupte Änderungen der Compliance können die Volumenabgabe begrenzen; deshalb exspiratorisches VT überwachen. Lungenprotektion hängt nicht allein vom Modus ab.
  • PC: druckkontrolliert; VT variiert mit Compliance, Widerstand, Atemanstrengung und Leckage. PC behandelt eine Leckage nicht.
  • PSV: unterstützt spontane Atemzüge; Atemantrieb, exspiratorisches VT und Atemwegsdruck überwachen.

Bei Larynxmaske sind Sitz, Verschlussdruck, Leckage und exspiratorisches VT entscheidend. Bei jedem Modus bestimmen Drucklimit, Leckage und Compliance, was tatsächlich appliziert wird.

Drücke und statische Compliance
  • Pplat ≤ 30 cmH₂O bei ARDS: bei passiver Beatmung während einer inspiratorischen Nullfluss-Haltephase messen. Pplat bildet die Belastung des gesamten respiratorischen Systems ab, nicht reinen transpulmonalen Druck.
  • Driving Pressure: ΔP = Pplat − Gesamt-PEEP. Häufig wird ≤ 15 cmH₂O als Orientierung angestrebt; der Zusammenhang ist überwiegend beobachtend und kein bewiesenes universelles Therapieziel.
  • Statische Compliance: Cstat = VT / (Pplat − Gesamt-PEEP). Es gibt keinen universellen Normalbereich von 50–80 ml/cmH₂O; Messbedingungen und klinischer Kontext zählen.

cmH₂O und mbar sind ähnlich, aber nicht exakt dieselbe Einheit. Quellen mit mbar-Angaben werden hier nicht als mathematisch identische cmH₂O-Werte ausgegeben.

Quellen: ARDSNet-Protokoll; Amato et al.: Driving Pressure und Überleben bei ARDS; Notfallguru: Beatmung.

CO₂ praktisch einordnen und steuern

PaCO₂ und etCO₂ sind verschiedene Messgrößen. 35–45 mmHg ist eine übliche Orientierung; ihr Gradient ist variabel und wird unter anderem von Totraum und Perfusion beeinflusst. Bei kritisch Kranken nach Beatmungsbeginn und relevanten Änderungen arterielle BGA einschließlich pH kontrollieren; Notfallguru nennt etwa 10 Minuten nach Beginn.

  • Bei bestätigter Hypoventilation kann die AF erhöht werden, sofern genügend Exspirationszeit bleibt; auf Air-Trapping und Auto-PEEP achten.
  • Bei schwerer Obstruktion können eine niedrigere AF und längere Exspiration erforderlich sein. VT nicht automatisch auf 8 ml/kg erhöhen.
  • Ein abrupter etCO₂-Abfall verlangt die Suche nach Kreislaufproblem, Tubus-/Atemwegsproblem, Diskonnektion oder Obstruktion – nicht reflexartig nur eine AF-Senkung.
  • Chronische Hyperkapnie und metabolische Azidose nicht blind auf Normwerte korrigieren; Ausgangslage, pH, BGA und klinische Ursache leiten das Vorgehen.

Eine AF um 12/min kann ein Ausgangspunkt sein, ist aber kein universeller Notfallstandard.

Praxisquelle: Notfallguru: Kohlendioxid; gesamte Beatmungsseite.

Quellen